Das Schloss

Aus der Gemeindegeschichte von Atzenbrugg

Die Schubertgemeinde Atzenbrugg mit ihren 2600 Einwohnern liegt im westlichen Bereich des Bezirkes Tulln. Die Gemeinde umfaßt eine Fläche von 26km2 und hat nach der neuesten Volkszählung 850 Häuser. nach der Marktgemeinde Atzenbrugg ist der ehemalige Gerichtsbezirk – und heute noch geltende Kammerbezirk Atzenbrugg benannt. Neun Katastralgeminden umfaßt die Gemeinde, der 1954 das Marktrecht verliehen wurde. Während die kleineren Ortschaften (Weinzierl, Ebersdorf, Tautendorf, Hütteldorf, Watzendorf, Moosbierbaum) mehr bäuerliche Struktur aufweisen, befindet sich in den größeren Ortschaften (Atzenbrugg, Heiligeneich, Trasdorf) der wirtschaftliche, kulturelle und verwaltungsmäßige Schwerpunkt.

Obwohl sich Atzenbrugg heute als eine moderne, attraktive Erfolgsgemeinde präsentiert, hat sie auch eine geschichtsträchtige Vergangenheit. Von dem Kuenringer „Azzo“, der tief im Mittelalter die erste Brücke über die Perschling geschlagen hatte, hat die Gemeinde ihren Namen erhalten. Schon zur Karolingerzeit wurde die Gemeinde besiedelt und 1190 ist eine Frau „Gertrud de Acinprukke“ urkundlich bezeugt. Im 13. Jhdt. findet man ein adeliges Geschlecht der „Atzenbrugger“. Im 14. Jahrhundert waren die Herren von Atzenbrugg in wirtschaftliche Bedrängnis geraten und gezwungen, die Besitzungen zu veräußern. 1542 gehen Schloß und Grundbesitz in den Besitz des Stiftes Klosterneuburg über. Nicht verschont blieb die Gegend in den folgenden Jahrhunderten von den kriegerischen Auseinandersetzungen (Türkenkriege, napoleonische Kriege, Erster und Zweiter Weltkrieg), die ihre Opfer forderten. Allein im Zweiten Weltkrieg fielen bei zwölf feindlichen Luftangriffen 3000 Bomben, gerichtet auf die Fabrikanlage Moosbierbaum, und verursachten große Schäden.

Atzenbruggs größte Persönlichkeit ist Franz Schubert, den sein Freund, der Dichter und Musikliebhaber Franz von Schober zu seinem Onkel Josef Dorfel (Dorfrichter der stiftlichen Herrschaft) nach Atzenbrugg mitnahm. Von 1820 an bis zum Todesjahr 1828 weilte Franz Schubert jeden Sommer längere Zeit im Perschlingschloß zu Atzenbrugg. Der Kreis der Schubertianer wurde immer größer und unter ihnen befanden sich Leute, die zu jener Zeit das geistige Wien repräsentierten. Da waren die Maler Leopold Kupelwieser und Moritz Schwind, Anselm und Josef Hüttenbrenner, der Lustspieldichter und Bauerndichter Bauernfeld, der Opernbariton Vogl, der junge Ernst von Feuchtersleben, der dichtende Maler Mayerhofer und der musikbegeisterte Spaun.

Auch fehlte es nicht an Mädchen und Frauen, und ein gar buntes Bild mag es gewesen sein, wenn die bunte Gesellschaft in die Umgebung zu dem nahe gelegenen Schloß Aumühle hinausflog, nach dem Pfarrort Heiligeneich oder das Perschlingtal hinauf und hinüber in das Waldgrün der südlichen Höhen. Schubert mag während der Aufenthalte in den Sommermonaten wohl manche Melodie geboren haben. Unter den schattigen Linden oder im Gartenhäuschen (heute allgemein als Schubert-Häuschen bekannt) schrieb und komponierte er für seine Freunde, und im Schloß fanden die „Schubertiaden“ statt.

Durch Schuberts „Atzenbrugger deutsche Tänze“ wurde diese historische Begebenheit in der Kunst verewigt. Auch heute, nach einer Pause von 150 Jahren, finden im Schloß wieder „Schubertiaden“ statt. Sie zählen zum gesellschaftlichen Ereignis, zu dem immer wieder viele Freunde Schubert´scher Musik nach Atzenbrugg kommen. Seit 1998 ist im Seitentrakt vom Schloss Atzenbrugg das Niederösterreichische Volkskulturzentrum beheimatet.

Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich
Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich Schloss Atzenbrugg / Niederösterreich

Aus der Geschichte vom Schloss Atzenbrugg

Die vielfältige Baugeschichte vom Schloss Atzenbrugg läßt sich bis ins frühe 12. Jhdt. zurückverfolgen. Angeblich schlug hier der Kuenringer Azzo um 1100 die erste Brücke über die „reißende“ Perschling. Nach dem Aussterben der Kuenringer gingen die Besitzungen an das Stift Melk, und war auch durch die Nähe zu Wien eine Zeit lang durchaus eine gefragte Gegend, wovon zwei Schlösser (eines ein Jagdschloss der Kaiserin Maria Theresia) zeugen. Ein erster Umbau der Kapelle des seit 1379 zum Stift Klosterneuburg gehörenden Landschlosses kann für das Jahr 1398 nachgewiesen werden. Doch schon vor 1500 ist die Burg der Atzenbrugger verfallen und wird von einem Probst aus Klosterneuburg erneuert und zum Schloss umgebaut: Wohntrakt mit Kapelle, deren interessanter sechseckiger Turm den Schlossflügel überragt. Im Osten ein aufgeschütteter Hausberg mit Sommerhaus. Das Schloss bekam im 17. Jhdt. sein heutiges Aussehen und war bis 1939 Eigentum des Stiftes Klosterneuburg. Zwar verfielen die Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend, doch wurde die Anlage seit 1978 durch kontinuierliche Restaurations- und Instandsetzungsarbeiten vor ihrem drohenden Verfall bewahrt und einer Neunutzung zugeführt. So konnte – nicht zuletzt auf Initiative des „Komitees zur Rettung der Schubert-Gedenkstätte Schloss Atzenbrugg“ – 1986 das Museum „Franz Schubert und sein Freundeskreis“ im Haupttrakt eröffnet werden. Heute werden rund 250 Exponate präsentiert, die das Leben und Schaffen von Franz Schubert und den „Schubertianern“ dokumentieren. Das Schloss Atzenbrugg birgt außerdem mehrere kunsthistorische Kostbarkeiten, wie etwa barocke Stuckdecken.

Aus der Geschichte vom Schloss Aumühle:

Westlich von Atzenbrugg an der Perschling gelegen. Das Schloss-Gebäude stammt aus dem 17. Jhdt. und steht neben einem zugehörigen Gutshof. Im 19. Jhdt. viele Umbauten, danach wurde es ein gepflegter Privatbesitz.

Lesen Sie mehr über das Museum unter Freizeit & Kultur / Schubert-Museum auf www.atzenbrugg.at

Im Hinterhof vom Schloss Atzenbrugg befindet sich die Schubert-Gedenkstätte und im Haupttrakt das Museum „Franz Schubert und sein Freundeskreis„. Das Museum ist von Ostern bis zum 26. Oktober jeweils an Sonn- und Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Außerhalb der Öffnungszeiten Anmeldung per dietlinde.rakowitz@utanet.at?subject=Anfrage%20%C3%BCber%20Burgenkunde.at„>Email oder am
Gemeindeamt Atzenbrugg: Tel. +43 (0) 2275 – 5234 (Gemeinde) oder +43 (0) 2275 – 5219 (Schloss, während der Öffnunsgzeiten)

Anschrift:
Schubert-Gedenkstätte Schloss Atzenbrugg und Museum „Franz Schubert und sein Freundeskreis“
Schlossplatz 1, 3452 Atzenbrugg

Zurück zum Verzeichnis NIEDERÖSTERREICH

Lage: Das Schloss Atzenbrugg liegt inmitten der gleichnamigen Ortschaft, im westlichen Tullner-Becken.
Bezirk – Gemeinde: A-3452 Atzenbrugg
Telefon: +43 (0) 2275 5234 | Fax: +43 (0) 2275 – 5234 19 | Homepage | office@atzenbrugg.co.at?subject=Anfrage%20%C3%BCber%20Burgenkunde.at„>Email

Wenn sie über eine Suchmaschine auf diese Seite gelangt sind, dann kommen sie hier zur Startsei